„Allein mit Verbeamtung wird Lehrermangel nicht gelöst, aber ohne Verbeamtung geht gar nichts!“
Der tbb fordert klares Bekenntnis zum Berufsbeamtentum

„Wir brauchen keine weiteren Lippenbekenntnisse der RRG Landesregierung, sondern eine klare Aussage zum Berufsbeamtentum – alles andere ist Augenwischerei“, sagt Helmut Liebermann, Landesvorsitzender des tbb beamtenbund und tarifunion thüringen. „Dazu gehört auch, Terminzusagen zur Verbeamtung nicht alle paar Tage zu verschieben.“

Liebermann kritisiert die aktuellen Aussagen der Bildungsministerin, dass Lehrern erst ab kommendem Sommer die Verbeamtung angeboten werden soll. Noch vor wenigen Tagen, am 9. Dezember 2016, hatte Frau Klaubert zugesagt, dass bis Ende 2016 eine entsprechende Entscheidung getroffen sein sollte. „Das ist Unglaubwürdigkeit pur. Dass die Regierungskoalition insgesamt unglaubwürdig wird, indem sie ihre Bildungsministerin unglaubwürdig macht, haben scheinbar einige Koalitionäre nicht bedacht. Die jungen Fachkräfte wollen aber politische Verlässlichkeit. Sowohl die erneute Verschiebung des frühest möglichen Verbeamtungstermins als auch die ständige Diskussion über Notwendigkeit sowie angebliche Privilegien sind kontraproduktiv und tragen erheblich zur Abwanderung dringend benötigter Fachkräfte bei“, so Liebermann. Er fordert die Landesregierung auf, statt Lippenbekenntnissen ein klares Statement zum Berufsbeamtentum abzugeben. Nur so könne die negative Sonderrolle Thüringens beendet werden. Thüringen ist neben Sachsen und Berlin eines von nur drei Bundesländern, das seinen Lehrern den Beamtenstatus verwehrt, obwohl Lehrerinnen und Lehrer hoheitliche Tätigkeiten ausüben.

Der tbb teilt die Einschätzung, dass zur Beseitigung des Lehrermangels mehr nötig ist als nur das Angebot der Verbeamtung, aber ohne dieses Angebot werden alle weiteren Maßnahmen nicht ausreichen.

Darüber hinaus sind die ewig gestrigen Neiddebatten über die in späteren Generationen zu leistenden zu hohen Pensionsverpflichtungen angesichts des von der Thüringer Finanzministerin Heike Taubert vorgestellten Nachhaltigkeitsmodells ganz einfach nur grober Unfug zum Nachteil des Thüringer Bildungswesens.