Harter Kompromiss mit Licht und Schatten
Liebermann: Auch Streikende aus Thüringen haben zu diesem Tarifabschluss beigetragen

Der tbb Landesvorsitzende Helmut Liebermann hat den am 28. März in Potsdam erzielten Tarifabschluss im öffentlichen Dienst der Länder als einen "harten Kompromiss mit viel Licht, aber leider auch viel Schatten“ bewertet: „Immerhin ist es gelungen, bei Gegenrechnung der Teuerungsrate den Anschluss an das Tarifergebnis bei Bund und Kommunen aus dem letzten Jahr zu halten. Ohne die deutlichen Signale der Beschäftigten auch aus Thüringen im Vorfeld der vierten Verhandlungsrunde wäre diese Einigung nicht möglich gewesen.“

Die Tarifeinigung sieht u.a. Folgendes vor:

  • zum 01. März 2015 lineare Entgelterhöhung um 2,1 Prozent
  • zum 01. März 2016 lineare Entgelterhöhung um 2,3 Prozent, mindestens jedoch 75 Euro
  • für Azubis zwei Mal 30 Euro Entgelterhöhung
  • Laufzeit 24 Monate
  • keinen Eingriff in die Leistungen der Zusatzversorgung, dafür in der VBL-Ost drei Mal Erhöhung des Arbeitnehmerbeitrags um jeweils 0,75 Prozent, von bisher 2,0 auf 4,25 Prozent, jeweils zum 1. Juli 2015, 2016 und 2017
  • Erhöhung des Weihnachtsgeldes auf 100 Prozent West in fünf Jahresschritten 2015 bis 2019
    • E1 bis E8: von 71,5 Prozent auf 95,0 Prozent
    • E9 bis E11: von 60,0 Prozent auf 80,0 Prozent
    • E12 bis E13: von 45,0 Prozent auf 50,0 Prozent
    • E14 bis E15: von 30,0 Prozent auf 35,0 Prozent.
    • Eine weitere Baustelle in der Angleichung Ost an West konnte damit zwar nicht sofort, aber verbindlich bis 2019 geschlossen werden.
  • Annäherungsverfahren zum Einstieg in die "Paralleltabelle" für Lehrer, die in einer Mitgliedsgewerkschaft des dbb organisiert sind (GEW schloss sich nicht an!) Aus der Überleitung des BAT in den TV-L rührt bis heute eine Schlechterstellung für angestellte Lehrkräfte in der Regel um eine Entgeltgruppe gegenüber den übrigen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes. Diese zu beenden, war ein gemeinsames Ziel aller beteiligten Gewerkschaften in dieser Tarifrunde. Der tbb sieht hier den Kompromiss zum Einstieg in die Angleichung und damit notwendige weitere Verhandlungen als „Licht“. „Schatten“ ist aus der Sicht des tbb, dass diesbezüglich unterschiedliche Bewertungen des angebotenen Kompromisses zur langfristigen Aufhebung der Benachteiligung für angestellte Lehrkräfte zwischen den Tarifkommissionen von dbb und GEW zu unterschiedlichen Konsequenzen geführt haben. Der tbb setzt sich dafür ein, dass dennoch auch künftig eine Zusammenarbeit im Interesse der Betroffenen stattfindet.