Warnstreik der Landesbediensteten: 5,5 Prozent mehr für Arbeitnehmer und Beamte

Warnstreik und Kundgebung in Erfurt am Mittwoch, 25. Februar 2015
Kundgebung ab 14:30 Uhr auf der Grünfläche (südlicher Parkplatz) vor dem Thüringer Finanzministerium, Gebäude Ludwig-Erhard-Ring 7

Kurz vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder (26./27. Februar in Potsdam) machen Beschäftigte klar, dass sie hinter der Forderung des dbb beamtenbund und tarifunion für diese Einkommensrunde stehen: 5,5 Prozent Einkommensplus, mindestens aber 175 Euro. Auszubildende sollen eine Entgelterhöhung von 100 Euro erhalten und dauerhaft übernommen werden. Um ihre Forderungen zu untermauern, treten Beschäftigte im Landesdienst in Thüringen am Mittwoch, dem 25. Februar 2015, in einen ganztägigen Warnstreik. Zur Kundgebung in Erfurt werden mehrere Hundert Teilnehmer aus Thüringen erwartet.

„Diese Einkommensrunde ist die erste Herausforderung für die rot-rot-grüne Landesregierung, in der sie beweisen muss, dass sie die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, die unser Land 24 Stunden täglich am Laufen halten, angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung beteiligen will“, sagte der Vorsitzende des tbb beamtenbund und tarifunion thüringen Helmut Liebermann, der auf der Kundgebung sprechen wird, vorab. „Achtung und Wertschätzung für die Bediensteten müssen sich in einem Tarifabschluss ausdrücken, der finanzielle Perspektiven schafft und der in der Folge zeit- und inhaltsgleich auf die Beamten des Landes und der Kommunen übertragen wird.“ Liebermann erwartet überdies Signale für die Jugend: „Die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen bedeutet auch, die Nachwuchsproblematik im öffentlichen Dienst in den Griff zu bekommen. Auch das funktioniert nur über gute berufliche Perspektiven, und nicht, indem man in der ersten Verhandlungsrunde kein diskutables Angebot macht!“

In der Einkommensrunde wird auch über eine bundesweite Tarifregelung zur Eingruppierung von Lehrkräften verhandelt. „Das ist höchste Zeit, denn über 200 000 angestellte Lehrerinnen und Lehrer arbeiten ohne feste Entgeltordnung und sind bei ihrer Bezahlung der Willkür der Länder ausgeliefert. „Das muss ein Ende haben. Lehrer sind keine Beschäftigten zweiter Klasse! Ihre Arbeit trägt unmittelbar zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zukunft unseres Landes bei. Das muss entsprechend honoriert werden“, forderte der tbb Chef.